Belgien

Ortsblindensendung aus Liège vom 11.01.1907 an das Institut für Taube und Blinde frankiert mit 10 c (Inlandsbriefporto) und Briefträgerstempel. Die Anschrift wurde geschrieben in der sog. Raphigrafieschrift, einer Stacheltypenschrift.

Entwicklung der Tarife für Blindenbriefe in Belgien:

In den Mitteilungen der UPU vom 12.11.1906 ist zu lesen, dass für Blindenbriefe der normale Brieftarif von 10 c je 15 g zu entrichten sei. Ab einer Versendung von 20 identischen Schriften wurden die Drucksachentarife zugelassen (2 c je 50 g). Bei einer Einlieferung eines einseitigen  Briefes ohne Umschlag wurde das Porto auf 1 c reduziert! Bei Einlieferung eines Blindenbriefes mit offenem Umschlag wurde ein Porto von 5 c erhoben.

Laut Auskunft der Belgischen Post existiert ein eigener Tarif für Blindensendungen erst seit 1931. Die seither sich ergebene Entwicklung ist folgender Aufstellung zu entnehmen:

 

Datum Gewicht Inland Ausland max Gewicht
         
1931 je 1.000 g 5 c 35 c 5 kg
1935 je 1.000 g 5 c 25c 5 kg
1942 je 1.000 g 5 c 25 c 7 kg
1946 je 1.000 g 5 c 30 c 7 kg
1952 je 1.000 g frei 40 c 7 kg
1955   frei frei 7 kg

 

Zusatzdienste der belgischen Post wie Luftpostbeförderung, Einschreiben, Express usw. waren zulässig, die entsprechenden zusätzlichen Entgelte mussten und müssen entrichtet werden, bei Luftpost im europäischen Raum bis 1989 die Zusatzgebühr für Nicht-Standardbriefe bis 50 g, bei Versendung ins außereuropäische Ausland die Zusatzgebühr für Nicht-Standardbriefe je 20 g.

Außen auf dem Umschlag muss ersichtlich sein, dass es sich um einen Blindenbrief handelt, indem z.B. die Aufschrift „Braille“, „Cécogrammes“ o.ä. angebracht wird.

Auslands-Blindensendung der Blindenanstalt in Anvers vom 20.09.1908 nach Montevideo, Uruguay frankiert mit 5 c für Auslandsdrucksachen; rückseitig Ankunftsstempel von Montevideo; Stempel in Blau "beantwortet".

Blindenbrief aus Brüssel nach Saint Pierre vom 02.01.1913 befördert zum Drucksachentarif von 1 c; Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift.

Orts-Blindenbrief aus Brüssel vom 15.11.1929 befördert zum Drucksachentarif von 5 c

Blindenbrief aus Tongre-Notre-Dame nach Hannut vom 10.04.1934, portorichtig frankiert mit 5 c

Blindenbrief aus Brüssel vom 10.09.1935 von der Schule für Taube und Blinde in Woluwe an den Belgischen Blindenverband in Hannut, portorichtig frankiert mit 5 c

Blindenbrief aus Tongre-Notre-Dame nach Hannut vom 19.07.1941, portorichtig frankiert mit 5 c

Blindenbrief aus Geel nach Brüssel vom 12.04.1947, portorichtig frankiert mit 5 c; Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Auslands-Blindenbrief aus Uccle/Ukkel an die Blindenbücherei in Paris/Frankreich vom 13.11.1950 frankiert mit 30 c (um 10 c unterfrankiert!)

Auslands-Blindenbrief aus Auderghem an die Blindenbücherei in Paris/Frankreich vom 21.02.1952, portorichtig frankiert mit 40 c