Deutsches Reich - Böhmen und Mähren

Blindensendung aus Budweis vom 03.01.1945 nach Avenwedde, portogerecht frankiert mit 30 Heller

Besatzungszonen 1945-1949

Nach Ende des 2. Weltkrieges konnten in den Westzonen Blindensendungen auch weiterhin gebührenvermindert versendet werden, zunächst nur innerhalb der und zwischen den Besatzungszonen, ab dem 15.9.1947 auch in das Ausland. Innerhalb der sowjetischen Besatzungszone/SBZ wurden Blindensendungen erstmalig zugelassen am 15.1.1947, ab dem 1.8.1947 auch nach den Westzonen, Groß-Berlin und dem Ausland. In der Zeit des „Kalten Krieges“ kann es zwischen dem 1.11.1948 und dem 11.12.1948 zur Unterbrechung des Postverkehrs für schwere Blindensendungen gekommen sein. Die Gebühren entwickelten sich wie folgt:

 

Westzonen im Inland ins Ausland
  08.05.1945  bis max. 5 kg  3 Pf 15.09.1947 je 1 kg  6 Pf, max. 2 kg
  01.03.1946  bis max. 5 kg  6 Pf 01.09.1948 je 1 kg  4 Pf, max. 5 kg
  01.09.1948  bis max. 7 kg  4 Pf 01.01.1949 je 1 kg  4 Pf, max. 7 kg
  (in West-Berlin bereits ab 01.06.1949) 4 Gr oder 3 Pf
    5 Gr oder 3 Pf

Bei Luftpost-Blindenbriefen musste die Gebühr für Luftpostdrucksachen zusätzlich entrichtet werden, ab dem 15.7.48 wurden Blindenbriefe per Luftpost auch von und nach West-Berlin befördert. Für weitere Zusatzleistungen musste die entsprechende Gebühr zusätzlich bezahlt werden.

 S B Z im Inland ins Ausland
  15.01.1947  bis max. 1 kg  6 Pf 01.08.1947 max. 500 g  9 Pf*
  01.08.1947  bis max. 5 kg  6 Pf 15.10.1947 max. 500 g  9 Pf**
  23.05.1949  bis max. 7 kg  6 Pf 23.05.1949 max. 7 kg  6 Pf
  (in West-Berlin bereits ab 01.06.1949)  

*nur für persönliche Mitteilungen, für andere Materialien (z.B. Bücher, Tonträger etc.) max 5 kg zur Gebühr von 5 Pfg. je 1 kg;
**nach Österreich Drucksachen in Blindenschrift bis 5 kg.
Eingeschriebene Blindensendungen wurden innerhalb der SBZ am 1.8.47, nach den westl. Zonen und dem Ausland am 11.12.48 zugelassen. Vom 1.8.-15.10.47 waren Eil-Blindenbriefe nur nach Berlin zugelassen, ab dem 1.3.49 grundsätzlich. Blindenbriefe per Nachnahme waren ab dem 1.8.47 möglich. Luftpost-Blindensendungen waren grundsätzlich möglich (Ausnahme in die westl. Zonen). Für alle diese Leistungen waren die entspr. Gebühren zusätzlich zu entrichten.

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung aus Herne (Britische Zone) vom 17.12.1945 an die Provinzial Blindenschule in Soest, portorichtig frankiert mit 3 Pf

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung des Kriegsblinden Karl Märkl (Absenderstempel rückseitig) aus Kaltenbrunn (Amerikanische Zone) vom 27.06.1946 nach Bayreuth, mit "Gebühr bezahlt"-Stempel

Besatzungszonen 1945-1949

Paketkarte aus Kiel (Britische Zone) vom 20.09.1946 an die Centralbibliothek für Blinde in Hamburg. Es ist davon auszugehen, dass das Paket rückzusendende Blindenbücher an die Bibliothek enthielt. Da das Paket 5 kg wog, unterlag es nicht mehr den reduzierten Gebühren für Blindensendungen, musste also zur Normalgebühr für Pakete von 80 Pf bezahlt werden.

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung aus Baumholder (Französische Zone) vom 28.01.1947 nach Dresden, portorichtig frankiert mit 6 Pf

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung aus Berlin-Neukölln (Amerikanische Zone) vom 27.05.1947 an das Blindenerholungsheim in Meschede (Britische Zone), portorichtig frankiert mit 6 Pf,  britischer Zensurstempel Bonn

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung aus Bochum (Britische Zone) vom 18.06.1947 an die Blindenschule in Warstein (Britische Zone), portorichtig frankiert mit 6 Pf; die Provinzial Blindenschule in Soest war nach ihrer Zerstörung im Dezember 1943 nach Warstein evakuiert.

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung aus Berlin (Amerikanische Zone) vom 12.08.1947 nach Avenwedde, portorichtig frankiert mit 6 Pf

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung der Blindenanstalt Pfaffenhausen über Mindelheim (Amerikanische Zone) vom 07.08.1947 nach München, portorichtig frankiert mit 6 Pf

Besatzungszonen 1945-1949

Blindensendung aus Braunschweig (Britische Zone) vom 20.07.1948 nach Hannover-Linden, portorichtig frankiert mit 6 Pf