Frankreich

Blindenbrief als Streifband aus Paris mit Ankunftsstempel Saumur vom 09.05.1869 zum Drucksachenporto von 2 centimes befördert

Blindenbriefe aus dieser Zeit wurden grundsätzlich im Streifband befördert. Beim Öffnen des nach Innen gefaltenen Blattes mit Brailleschrift wurden in der Regel das Streifband und auch die Briefmarke zerstört, da das Postwertzeichen jeweils zur Hälfte auf den Brief und zur anderen Hälfte auf das Streifband geklebt wurde. Komplett erhaltene Blindenbriefe sind also kaum möglich!

Entwicklung der Tarife für Blindensendungen in Frankreich:

Gebührenentwicklung Inland Gebührenentwicklung ins Ausland
13.07.1911 bis 100g 5 cts 01.04.1921 je 500 g 5 cts.
  bis 500 g 10 cts 01.04.1924 je 500 g 10 cts
  bis 1.000 g 15 cts 01.10.1925 je 1.000 g 20 cts
  je weitere 500 g +5 cts 01.02.1926 je 1.000 g 25 cts
  max. 3.000 g   01.08.1926 je 1.000 g 30 cts
28.02.1912 bis 20 g 2 cts 01.01.1935 je 1.000 g 15 cts
  bis 100 g 3 cts 01.08.1937 je 1.000 g 20 cts
  bis 500 g 5 cts 01.02.1942 je 1.000 g 30 cts
  je weitere 500 g +5 cts 01.02.1946 je 1.000 g 1 Fr
  max. 3.000 g   01.05.1948 je 1.000 g 2 Frs
01.04.1920 bis 20 g 2 cts 01.12.1948 je 1.000 g 3 Frs
  bis 100 g 3 cts 01.07.1953 bis 7.000 g frei
  bis 500 g 5 cts      
  je weitere 500 g +5 cts      
  max. 3.000 g        
09.04.1931 bis 500 g 2 cts      
  je weitere 500 g + 5 cts      
  max. 3.000 g        
05.01.1942 je 1.000 g 10 cts      
  max. 3.000 g        
06.01.1949 bis 3.000 g 1 Fr      
06.01.1959 bis heute bis 7.000 g frei      

Aufgefalteter Blindenbrief als Streifband zum Drucksachenporto von 2 centimes befördert, rückseitiger Ankunftsstempel vom 29.06.1870

Bis zur Einführung eines speziellen Tarifs für Blindenbriefe ab dem 13.07.1911 wurden Blindensendungen zum Drucksachenporto stets im Streifband befördert,  ab dem 01.08.1856 zunächst für je 5 g 1 centime, max. 50 g/von 50-100 g 10 centimes/über 100 g je 10 g + 1 centime; ab dem 13.10.1906 1 centime je 5 g bis max. 20 g, 5 centimes bis max. 50 g, über 50 g 5 centimes je 50 g. Dieser Tarif galt für alle Länder innerhalb der UPU; darüber hinaus mussten je 50 g 10 centimes gezahlt werden.

Postkarte als Blindensendung (Rückseite ausschließlich in Braille-Schrift) aus Vitry-sur-Seine vom 11.04.1901 nach Chatillon zur Seine (Ankunftsstempel vom 12.04.1901) frankiert mit 10 centimes (Porto für eine Postkarte)

Orts-Blindensendung aus Paris vom Mai 1904 frankiert mit 5 centimes für Blindenbriefe als Drucksache über 20 g

Orts-Blindensendung mit Streifband aus Paris vom 17.03.1907 frankiert mit 5 centimes für Blindenbriefe als Drucksache über 20 g

Blindensendung  aus Paris-Montparnasse vom 19.11.1907 frankiert mit 5 centimes für Blindensendungen als Drucksache

Blindensendung mit Streifband aus Mayenne vom 02.03.1910 frankiert mit 5 centimes für Blindenbriefe als Drucksache über 20 g

Blindensendung aus Cauterets/Hautes-Pyrénées vom 26.07.1914 nach Bernières-sur-Mer frankiert mit 2 centimes für Blindenbriefe bis 20 g

Portofreier Brief des Franko-Amerikanischen Kommitees der Kriegsblinden im 1. Weltkrieg aus Paris nach Poitiers vom 10.05.1918

Blindensendung aus Marseille vom 03.07.1922 portorichtig frankiert mit 5 centimes für Blindensendungen bis 500 g; rückseitig Ankunftsstempel St.Tropez vom 04.07.1922

Streifband einer Blindensendung (Aufschrift: Braille) von Nancy 26.06.1932 nach Sarrebourg, weitergeleitet nach Metz mit rückseitigem Ankunftsstempel Metz  29.06.1932. Solche Streifbänder mit eingedrucktem Wertzeichen vom Typ BLANC erschienen ab 1901 bis 1931 in verschiedenen Wertstufen, hier 2 ct als portogerechte Frankatur für eine Blindensendung bis 500 g.

Orts-Blindensendung aus Clichy vom 10.01.1933 portorichtig frankiert mit 2 centimes