Tschechoslowakei

Brief eines blinden Schauspielers (siehe Absenderstempel rückseitig) als Streifband aus Smichow vom 30.11.1919 nach Prag frankiert mit 6 h (1 h zu viel) für Blindensendungen bis 100 g

Entwicklung der Tarife für Blindensendungen in der Tschechoslowakei:

Die Versendungsart der Blindensendung wurde in der Tschechoslowakei am 01.09.1918 eingeführt. Verschickt werden durften Sendungen, die ausschließlich Schriftstücke in Blindenschrift enthielten, später auch Papier zum Aufdruck von Blindenschrift. Sie mussten und müssen die Aufschrift "Tisk pro slepce" o.Ä. zur Kenntlichmachung tragen.

Inland   Ausland  
01.09.1918 3 h bis 50 g 15.05.1919 10 h je 50 g
15.05.1919 5 h bis 100 g 01.01.1922 25 h je 500 g
01.08.1920 10h bis 50 g 01.10.1925 50 h je 1 kg
15.07.1921 10 h bis 500 g 01.03.1973 30 h je 1 kg
01.01.1922 5 h bis 100 g 01.12.1945 40 h je 1 kg
01.10.1940 30 h je100 g 01.01.1948 50 h je 1 kg
18.06.1945 10 h bis 100 g ab 01.07.1953 frei bis 7 kg
01.04.1952 1 Kr bis 7 kg    
ab 1.06.1953 frei bis 7kg    
       

Für Sonderdienste mussten und müssen die entsprechenden Gebühren bezahlt werden.

Orts-Blindensendung aus Prag vom 05.01.1922 an die Prager Blindenschule portorichtig frankiert mit 5 h (violett)

Auslands-Blindensendung  von Litomysl nach Cannes/Frankreich vom 16.01.1922 portorichtig frankiert mit 25 h für Blindensendungen bis 500 g

Orts-Blindensendung aus Prag vom 10.04.1922 an die Prager Blindenschule portorichtig frankiert mit 5 heller (dunkelblau)

Blindensendung aus Hermannstadt vom 26.11.1930 nach Freudenstadt portorichtig frankiert mit 5 heller

Blindensendung aus Prag mit einem Maschinenstempel Prager Burg vom 07.03.1935 nach Zábreh portorichtig frankiert mit 5 heller, Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Blindensendung aus Prag mit einem Maschinenstempel Prager Burg vom 07.03.1935 an die Blindenselbsthilfe-Vereinigung in Bratislava mit Taxe-Vermerk T-10; die Gebühr für Blindenbriefe betrug 5 h, da diese nicht entrichtet wurde, wurde ein Nachporto (doppelte Gebühr) in Bratislava von 10 h erhoben

Blindenbrief aus Zamberk vom 14.12.1935 nach Prag portorichtig frankiert mit 5 h; Adresse in der sog. Stacheltypenschrift

Blindensendung aus Urcice nach Prostejov vom 16.07.1938 portorochtig frankiert mit 5 H, Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Auslands-Blindenbrief aus Brünn vom 16.05.1938 nach Sesto Fiorentino/Italien portorichtig frankiert mit 5 h

Blindenbrief aus Prerov vom 10.09.1939 nach Kojetin portorichtig frankiert mit 5 h

Blindenbrief aus Zlin vom 28.10.1939 nach Zvolen, Aufkleber zur Kennzeichnung als Blindensendung, portorichtig frankiert mit 5 h

Orts-Blindenbrief aus Prag vom 16.05.1945 (Sonderstempel anlässlich der Rückkehr von Dr. Edvard Benes) per Barzahlung portorichtig frankiert mit 30 h; Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Blindenbrief aus Prag vom 11.08.1947 nach Nymburk portorichtig frankiert mit 30 h; Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Blindenbrief aus Dolne Slzany vom 08.01.1948 nach Bratislava mit Vermerk "SLEP TLAC" (Blindendruck) frankiert mit 80 h, Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Blindenbrief aus Kryry aus 1947 nach Prag frankiert mit 30 h + 50 h (Porto für den Blindenbrief + Porto für eine Drucksache, Grund der Kombination unbekannt); Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Blindenbrief aus Brno vom 12.08.1948 nach Vejprnice frankiert mit 30 h + 50 h (Porto für den Blindenbrief + Porto für eine Drucksache, Grund der Kombination unbekannt); Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift; Registrationsstempel

Portofreier Orts-Blindenbrief aus Prag vom 08.01.1949; Anschrift in der sog. Stacheltypenschrift

Portofreier Blindenbrief aus Nové Hvezdlice vom 26.03.1956

Portofreier Auslands-Blindenbrief aus Praha nach Soest/Deutschland vom 31.03.1981

Eingeschriebener Auslands-Blindenbrief aus Praha nach Soest/Deutschland vom 12.08.1985, von der Grundgebühr befreit mit zusatzgebühr für das Einschreiben von 9 K

Express-Auslands-Blindenbrief aus Praha nach Soest/Deutschland vom 13.08.1985, von der Grundgebühr befreit mit Express-Zusatzgebühr von 9 K

Portofrerie Blindensendung aus Svetozar Miletic nach Soest/Deutschland vom 27.03.1087