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Titel: Blindensendungen-Cécogrammes


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Auf dem UPU Kongress am 21.03.1885 in Lissabon wurde erstmalig über eine besondere postalische Behandlung von Briefen geschrieben in erhabenen Punkten (Brailleschrift) beraten. Im Artikel XVII vom 1.04.1886 wurde festgelegt, dass Briefe, in die fühlbare Punkte geprägt wurden (Blindenschrift), so zu behandeln seien wie Drucksachen. Zuvor wurden Briefe von Blinden wie Briefe in normaler Schrift behandelt.

In den Folgejahren entwickelten zahlreiche Postverwaltungen spezielle Tarife für Blindensendungen, einige ermäßigten die Gebühren für Briefe in Blindenschrift, andere befreiten Blindenbriefe grundsätzlich von der Grundgebühr, wieder andere behandelten Blindenbriefe weiter wie normale Briefsendungen.

Eine spezifizierte Übersicht über die Gebührenentwicklung in dieser und der späteren Zeit steht den einzelnen Ländern auf dieser Website jeweils voran.

Die Mitglieder des UPU Kongresses am 30.11.1920 in Madrid stimmten einer besonderen Gebühr für Blindensendungen zu. Dabei wurden sowohl Briefe in Braille-Schrift als auch in der sog. Moon-Schrift akzeptiert. Zahlreiche UPU-Mitglieder wünschten jedoch unterschiedliche Gebührenhöhen und Maximalgewichte. Auch wurde festgestellt, dass Blindensendungen keinerlei Normalschrift enthalten dürfe und offen einzuliefern sei. Schließlich wurde folgendes vereinbart: „Blindenschrift (Blind Literature) kann zu einer besonderen Gebühr von 5 cts. je 500 g oder Teilen davon versandt werden. Das Höchstgewicht solcher Sendungen wird auf 3 kg festgelegt.“

Auf dem UPU Kongress am 28.06.1929 in London wurde das Höchstgewicht für Blindensendungen auf maximal 5 kg erhöht. Der Kongress in Buenos Aires legte das Höchstgewicht auf 7 kg fest, gültig ab dem 01.07.1940.

Im Artikel 40 der Vereinbarungen des UPU Kongresses am 03.10.1957 in Ottawa wurde festgelegt, dass diejenigen Postverwaltungen, die Blindensendungen noch nicht von der Grundgebühr befreit hatten, Gebühren nicht höher als jene für normale Briefe erheben dürfen.

Die Vereinbarungen des UPU Kongresses am 10.07.1964 in Wien, gültig ab dem 1.01.1966, sehen vor, dass Blindensendungen von der Grundgebühr befreit sind, aber auch von den Zusatzgebühren für Luftpostbeförderung, Einschreiben, Rückschein, Express. Auch bei der Behandlung der Zusatzgebühren gab es in den Folgejahren zahlreiche Alleingänge der verschiedenen Postverwaltungen. Grundsätzlich handelt es sich bei den genannten Vereinbarungen der UPU nicht um zwingende Anweisungen!

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