Raphigrafie

Louis Braille, der Erfinder der noch heute international gültigen Braille-Schrift für Blinde, entwickelte 1839 zusätzlich eine Punktschrift für die Darstellung lateinischer Schriftzeichen. Auslöser dafür war der Wunsch von Schülern des Blindenlehrers Braille, dass die Adressaten ihrer Briefe, meist deren Eltern und Geschwister, die der Braille-Schrift nicht kundig waren, die Briefe trotzdem lesen konnten. Louis Braille konstruierte eine Schrift aus langen Zahlenkolonnen, mit deren Hilfe alle Buchstaben, groß- und kleingeschriebene, Zahlen und auch Satzzeichen aus einzelnen Punkten gebildet werden konnten. Jeder Buchstabe, jedes Zeichen waren 10 Punkte hoch und unterschiedlich breit. Für den Schreiben war das Schreiben dieser Zeichen extrem schwierig und zeitaufwändig. Erst 1841 konstruierte Brailles blinder Freund Francois-Piedrre Foucault eine Maschine, den Raphigraphen, mit dessen Hilfe alle Punkte einer Spalte der Zeichen gleichzeitig in das feste Papier spiegelverkehrt geprägt werden konnten.

Nach der Erfindung der ersten Punktschriftmaschinen zum Schreiben der Braille-Schrift wurde der Raphigraph überflüssig.